OPNexus unter Windows installieren
OPNexus läuft als Docker-Stack. Unter Windows nutzt du dafür Docker Desktop mit WSL 2 – die Container sind dieselben wie unter Linux. Diese Anleitung führt von der leeren Windows-Installation bis zur Anmeldung.
Vorab: Was du wissen solltest
- Entwickelt und getestet wird OPNexus unter Linux. Unter Windows läuft derselbe Stack in Docker Desktop. Dieser Weg ist nicht auf jeder Windows-Version geprüft; Rückmeldungen sind willkommen.
- Für den Dauerbetrieb ist ein Linux-Server oder eine Linux-VM besser. Docker Desktop startet erst nach der Anmeldung am Rechner und hält an, wenn der Rechner schläft. Dann gibt es in dieser Zeit weder Überwachung noch Benachrichtigungen. Für Ausprobieren, ein Büro-Rechner mit Dauerbetrieb oder ein Testaufbau ist Windows gut geeignet.
- Windows Server: Docker Desktop wird dort nicht unterstützt. Nimm eine Linux-VM (Hyper-V oder VMware) und folge der Linux-Anleitung im Handbuch.
- Lizenz von Docker Desktop: Für Privatpersonen, Ausbildung, Open-Source-Projekte und kleine Unternehmen kostenlos, für größere Unternehmen kostenpflichtig. Die aktuellen Bedingungen stehen bei Docker.
Voraussetzungen
- Windows 11 oder Windows 10 (64 Bit, aktuelle Version) und Administratorrechte für die Einrichtung.
- Hardware-Virtualisierung im BIOS/UEFI eingeschaltet (meist Standard; im Task-Manager unter „Leistung › CPU“ steht „Virtualisierung: Aktiviert“).
- Genug Arbeitsspeicher für Docker neben deinen übrigen Programmen; 8 GB im Rechner sind ein sinnvoller Mindestwert.
- Die Ports 80 und 443 sind frei (kein IIS, kein anderer lokaler Webserver). Prüfen in PowerShell:
netstat -ano | findstr ":443"– keine Ausgabe heißt frei. - Der Rechner erreicht deine OPNsense-Firewalls per HTTPS (zum Beispiel im selben Netz oder über ein VPN).
Schritt 1: WSL 2 einrichten
Öffne PowerShell als Administrator (Rechtsklick auf „Start“ › „Terminal (Administrator)“) und installiere WSL mit Ubuntu:
wsl --installStarte Windows danach neu. Beim ersten Start von „Ubuntu“ (Startmenü) legst du einen Benutzernamen und ein Passwort für die Linux-Umgebung an. Ob WSL 2 aktiv ist, zeigt:
wsl -l -vIn der Spalte „VERSION“ muss 2 stehen.
Schritt 2: Docker Desktop installieren
- Lade Docker Desktop für Windows von docker.com und installiere es mit der Option „Use WSL 2 instead of Hyper-V“.
- Starte Docker Desktop und warte, bis unten links „Engine running“ steht.
- Öffne Settings › Resources › WSL Integration, schalte „Enable integration with my default WSL distro“ und dein Ubuntu ein und wähle „Apply & restart“.
- Unter Settings › General ist „Start Docker Desktop when you sign in to your computer“ empfehlenswert.
Öffne ein Ubuntu-Fenster und prüfe beides:
docker version
docker compose versionBeide Befehle müssen eine Version ausgeben, ohne Fehler.
Schritt 3: OPNexus installieren
Alle folgenden Befehle gibst du im Ubuntu-Fenster ein. Lege OPNexus im Linux-Dateisystem ab (nicht unter /mnt/c): Das ist deutlich schneller, und das Werkzeug opnexus für Updates und Sicherungen läuft dort.
Lade das aktuelle Release-Bundle von der Release-Seite (Datei opnexus-X.Y.Z.tar.gz). Ersetze X.Y.Z unten durch die Versionsnummer:
mkdir -p ~/opnexus && cd ~/opnexus
curl -LO https://git.opnexus.dev/opnexus/opnexus/releases/download/vX.Y.Z/opnexus-X.Y.Z.tar.gz
tar xzf opnexus-X.Y.Z.tar.gz && cd opnexus-X.Y.Z
install -m 600 .env.example .env
nano .envFunktioniert curl bei dir nicht, lade die Datei im Browser herunter und kopiere sie in den Ordner ~/opnexus; im Windows-Explorer erreichst du ihn über \\wsl$\Ubuntu\home\DEIN-NAME\opnexus.
In der .env setzt du mindestens POSTGRES_PASSWORD auf ein eigenes, langes Passwort (Speichern in nano: Strg+O, Enter, Strg+X). ADMIN_PASSWORD kannst du leer lassen; dann erzeugt OPNexus eines. Starte den Stack:
docker compose pull && docker compose up -d --no-build
./opnexus passwordDer letzte Befehl zeigt das Anmeldepasswort für den Benutzer admin einmalig an. Das Herunterladen der Images dauert beim ersten Mal einige Minuten. docker compose ps zeigt, dass alle Dienste laufen und „healthy“ sind.
Schritt 4: Anmelden
Öffne im Browser https://localhost. OPNexus nutzt eine eigene Zertifizierungsstelle, deshalb zeigt der Browser zunächst eine Warnung; die Verbindung ist trotzdem verschlüsselt. Melde dich mit admin und dem angezeigten Passwort an. Danach führt der Einrichtungsassistent durch das eigene Passwort, die Zwei-Faktor-Anmeldung und die erste Firewall.
Die Warnung beseitigen: Importiere die Zertifizierungsstelle einmal als vertrauenswürdig.
- Lade
https://localhost/opnexus-ca.crtherunter (im Browser über „Weiter zur Seite“). - Vergleiche den Fingerabdruck, bevor du importierst: In PowerShell zeigt
certutil -hashfile opnexus-ca.crt SHA256den SHA-256-Wert der Datei. Im Ubuntu-Fenster liefertdocker compose exec -T proxy cat /data/caddy/pki/authorities/local/root.crt | openssl x509 -noout -fingerprint -sha256den Wert des Servers. Beide müssen übereinstimmen (die Doppelpunkte zählen nicht). - Importiere die Datei: Doppelklick › „Zertifikat installieren“ › „Lokaler Computer“ (oder „Aktueller Benutzer“) › „Alle Zertifikate in folgendem Speicher speichern“ › Vertrauenswürdige Stammzertifizierungsstellen. Oder in einer Administrator-PowerShell:
certutil -addstore -f "ROOT" opnexus-ca.crt. - Starte den Browser neu. Firefox hat einen eigenen Speicher: Einstellungen › Datenschutz & Sicherheit › Zertifikate anzeigen › Zertifizierungsstellen › Importieren.
Aus dem Netz erreichen
Sollen andere Rechner OPNexus öffnen, trägst du in der .env die Adresse deines Windows-Rechners ein (hier beispielhaft 10.0.0.5; sie sollte fest vergeben sein, zum Beispiel per DHCP-Reservierung):
OPNEXUS_SITES=10.0.0.5
OPNEXUS_DEFAULT_SNI=10.0.0.5
FRONTEND_ORIGIN=https://10.0.0.5
COOKIE_SECURE=true
TRUST_PROXY_HEADERS=trueDann docker compose up -d im Ubuntu-Fenster. Importiere die Zertifizierungsstelle auf jedem Rechner, der OPNexus nutzt (Schritt 4, mit der Adresse statt localhost). Erreicht ein anderer Rechner die Seite nicht, erlaubt die Windows-Firewall den Port 443 noch nicht. In einer Administrator-PowerShell:
New-NetFirewallRule -DisplayName "OPNexus HTTPS" -Direction Inbound -Protocol TCP -LocalPort 443 -Action Allow -Profile PrivateBeschränke die Regel auf das Netz, aus dem OPNexus erreichbar sein soll. Die Einzelheiten zu Adressen, Namen und TLS stehen im Handbuch. Veröffentliche OPNexus nicht ungeschützt im Internet.
Betrieb: aktualisieren, sichern, beenden
Alles im Ubuntu-Fenster, im Ordner ~/opnexus/opnexus-X.Y.Z:
| Aufgabe | Befehl |
|---|---|
| Zustand ansehen | ./opnexus status |
| Aktualisieren (prüft Signaturen, rollt bei Problemen zurück) | ./opnexus update |
| Letztes Update zurücknehmen | ./opnexus rollback |
| Datenbank sichern | ./opnexus backup |
| Anhalten (Daten bleiben) | docker compose stop |
| Wieder starten | docker compose up -d |
Ausführlich beschreibt die Dokumentation des Werkzeugs das Aktualisieren. Vorsicht: docker compose down -v löscht auch die Datenbank. Der Befehl ist nur für das endgültige Entfernen gedacht.
Die Updates per Klick im Webinterface (optionaler Updater-Container) sind unter Windows nicht geprüft; nutze dort ./opnexus update.
Fehlerbehebung
| Problem | Lösung |
|---|---|
docker: command not found im Ubuntu-Fenster | Docker Desktop läuft nicht, oder die WSL-Integration für dein Ubuntu ist aus (Schritt 2, Punkt 3). |
| „Cannot connect to the Docker daemon“ | Docker Desktop starten und warten, bis „Engine running“ steht. |
| „port is already allocated“ oder „address already in use“ | Port 80 oder 443 ist belegt (oft IIS oder ein anderer Webserver). Den Dienst beenden oder in der .env PROXY_HTTPS_PORT und PROXY_HTTP_PORT ändern; die Adresse im Browser (und in OPNEXUS_SITES/FRONTEND_ORIGIN) bekommt dann den Port. |
| Zwei-Faktor-Codes werden abgelehnt | Die Uhr der WSL-Umgebung kann nach dem Ruhezustand von Windows abweichen. In PowerShell wsl --shutdown ausführen und Docker Desktop neu starten. |
| Der Stack startet nach einem Neustart nicht von selbst | Docker Desktop startet erst nach der Anmeldung. „Start Docker Desktop when you sign in“ einschalten und dich anmelden; die Container starten dann selbst. |
Fehler wegen seltsamer Zeichen in der .env | Die Datei wurde mit Windows-Zeilenenden (CRLF) gespeichert. Im Ubuntu-Fenster mit nano bearbeiten oder im Editor auf „LF“ stellen. |
| Anmeldepasswort verloren | ./opnexus password setzt ein neues und zeigt es einmalig an. |
Weitere Hilfe steht im Handbuch.